Unter Hautchirurgie (Dermatochirurgie) versteht man alle operativen Eingriffe an der Haut. Die meisten davon werden bei uns ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Ablauf
Sie kommen mit einer Überweisung aus der Haut- oder Hausarztpraxis oder direkt zu uns. Nach der Untersuchung besprechen wir, ob und wie die Veränderung entfernt wird. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung, das entfernte Gewebe geht zur feingeweblichen Untersuchung an den Pathologen. Nach etwa einer Woche ziehen wir die Fäden und besprechen den Befund; er geht auch an die überweisende Praxis.
Im Folgenden finden Sie Beispiele für hautchirurgische Eingriffe, die wir ambulant durchführen:
Atherome (gutartige Talgzysten)
Atherome sind gutartige Zysten, die von Talgdrüsen ausgehen und langsam wachsen, von Erbsen- bis Pflaumengröße. Sie sind meist harmlos und fühlen sich wie ein prall-elastischer Knoten unter der Haut an. Entzünden sie sich oder stören sie, werden sie mitsamt der Kapsel entfernt, damit sie nicht wiederkommen.
Lipome (gutartige Fettgewebsgeschwulste)
Lipome sind gutartige Wucherungen des Unterhautfettgewebes. Sie verursachen vorgewölbte, weiche Knoten unter der Haut und sind meist schmerzlos. Sie werden über einen kleinen Schnitt entfernt.
Hautveränderungen und Hautkrebs
Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung, und bei früher Erkennung sind die Heilungschancen sehr gut. Gesetzlich Versicherte ab 35 haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening in der Haut- oder Hausarztpraxis.
Die verschiedenen Hautkrebsformen entstehen vor allem an Stellen, die viel Sonne abbekommen: im Gesicht, auf Nase, Ohren und Lippen, auf Händen und Unterarmen, auf der unbehaarten Kopfhaut. Weil die meisten Veränderungen im Gesicht liegen, überweisen Haut- und Hausarztpraxen zur Entfernung häufig an uns.
Auch größere Tumoren im Gesicht entfernen wir und verschließen den Defekt plastisch, mit Schnittführung in den natürlichen Hautlinien, damit die Narbe später wenig auffällt.
Basaliom
Das Basaliom (Basalzellkrebs) ist der häufigste bösartige Tumor der Haut. Ursache fast aller Basaliome ist langjährige intensive Sonnenbestrahlung. Betroffen sind deshalb vor allem Nase, Ohren, Unterlippe, Nacken und Hände.
Das Basaliom wächst langsam, zerstört aber das umliegende Gewebe. Tochtergeschwülste bildet es fast nie. Wird es früh entfernt, ist die Behandlung einfach und die Heilungsaussicht gut. Je größer der Tumor, desto umfangreicher der Eingriff.
Plattenepithelkarzinom der Haut (Spinaliom)
Wer sich über viele Jahre intensiver UV-Strahlung aussetzt, kann an einem Spinaliom erkranken. Es ist die zweithäufigste Form von Hautkrebs.
Dieser Hautkrebs hat eine Vorstufe, die solare (aktinische) Keratose. Sie tritt an Stellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: Nase, Stirn, Schläfen, Unterlippe und Handrücken, bei Männern auch Ohren, Nacken und die haarlosen Stellen des Kopfes. Typisch ist eine schuppige oder krustige Erhebung, die sich wie Sandpapier anfühlt. Sie ist nicht bösartig und lässt sich gut behandeln.
Wird die Vorstufe nicht entfernt, kann daraus ein Spinaliom entstehen. Unbehandelt kann es in Lymphknoten und andere Organe streuen.
Malignes Melanom (Schwarzer Hautkrebs)
Ein Melanom ist ein bösartiger Tumor, der von den Pigmentzellen der Haut ausgeht. Leberflecke, die sich vergrößern, ihre Farbe verändern, jucken, leicht bluten oder unregelmäßig begrenzt sind, können ein Hinweis darauf sein.
Kommen Sie rechtzeitig, wenn Sie Veränderungen an Ihrer Haut feststellen. Wir beraten Sie ausführlich und behandeln sorgfältig.